Es war Dienstagmorgen, als Anna eiligen Schrittes in Richtung Bank lief. Sie studierte Biologie und da sie dies aufgrund weiterer Verpflichtungen nicht in der Regelstudienzeit schaffte, musste sie auf einen Studienkredit zurück greifen. Damit sollte sie ihr Studium und den weiteren Aufbau ihrer Zukunft gut bezahlen können, wenn sie diesen Kredit heute von ihrer Bank genehmigt bekommen würde. Sie hatte ihre gute Bluse angezogen und hatte generell darauf geachtet, heute besonders verantwortungsvoll und vernünftig zu wirken. Sie hatte bereits zuvor mit ihrer Bank telefoniert und diesen Termin vereinbart. Jetzt würde sich der weitere Verlauf ihres Studiums entscheiden. Eigentlich machte sie sich zwar keine Sorgen, dass etwas schief gehen würde. Aber absolut sicher konnte man sich ja nie sein.

„Hallo Frau Müller“, begrüßte sie ihr Berater lächelnd und bot ihr den Stuhl gegenüber seines Schreibtisches sowie etwas zu trinken an, nachdem sie bei ihrer Bank angekommen war. Maria versuchte sich ihre Aufregung nicht anmerken zu lassen, nahm lächelnd Platz und nippte ein wenig an dem Wasserglas vor ihr.

„Nun Frau Müller“, ergriff der Berater wieder das Wort, „Sie wollten ja gerne einen Studienkredit bei uns aufnehmen“

„Ja, das ist korrekt“, bestätigte sie und faltete die Hände in ihrem Schoß zusammen, wo man zum Glück nicht sehen konnte, wie sie sich nervös ineinander verschränkten. Konnte er ihr nicht einfach sagen, dass sie ihn bekommen würde, damit sie erleichtert wieder nach Hause gehen konnte?

„Wie Sie wissen sollten, prüfen wir natürlich immer die Kreditwürdigkeit einer Person, bevor wir einen vergeben“, fuhr er fort. Natürlich wusste sie das. Immerhin lebte sie nicht hinter dem Mond und auch wenn sie sich mit Banken und Co nicht so gut auskannte, wusste sie doch solch grundlegende Dinge. „Selbstverständlich haben wir daher uns auch über die Ihre erkundigt“ Marias Hände verkrampften sich. Warum konnte er nicht endlich auf den Punkt kommen? Dann könnte sie endlich die frohe Botschaft verkünden und mit ihren Freunden gemeinsam feiern, dass auch ihr weiteres Studium finanziell gesichert ist.

„Es gibt leider ein kleines Problem“ Ein Problem? Welches und warum? Es waren nur wenige Sekunden, aber mit diesen Worten bildete sich ein dicker Stein in Annas Magen und mit einem Mal schien alles zu zerbrechen. Sie brauchte diesen Kredit einfach!

„Und welches?“, fragte sie mit einem leichten Zittern in der Stimme. Ihre zuvor gehabten Ängste schienen sich zu bewahrheiten, auch wenn sie keine Ahnung hatte, wieso es ein Problem geben sollte. Sie hatte einen Mini-Job und auch ihr Konto war bisher noch nie im Minus gewesen. Was für einen Grund könnte es geben, dass sie diesen Kredit nicht bekam? Eisern kämpfte sie gegen die Aufsteigende Verzweiflung an. Sie durfte sich einfach nichts anmerken lassen.

„Nun, wir können ihnen leider keinen Kredit gewähren, da sie bereits Schulden in Höhe von etwa 20.000€ haben, die bisher noch nicht zurück gezahlt wurden.“ Schulden?! Maria fiel aus alles Wolken. Woher sollte sie denn solche Schulden haben?

Nun, es gibt seit einigen Jahren eine Technologie, die bereits im zweiten Weltkrieg eingesetzt wurde und sich immer weiter verbreitet. Sie nennt sich RFID und dient zur Übertragung von Informationen über elektromagnetische Wellen. Die Übertragung von Daten ist damit kontaktlos möglich. Es braucht nur ein Lesegerät und einen Datenträger in Reichweite des Lesegeräts. Dann kann das Lesegerät die bereits erwähnten elektromagnetischen Wellen aussenden und die Information auf dem Datenträger damit auslesen, wenn dieser sich in Reichweite des Lesegeräts befindet.

Das war jetzt ganz schön theoretisch, ich weiß. Vielleicht fragst du dich auch, was genau das jetzt mit dem Fall von Maria zu tun hat. Nun, diese Technologie wird beispielsweise seit November 2005 sind in allen deutschen Reisepässen und seit November 2010 in allen Personalausweisen verwendet. Es ist also möglich, dass Maria an irgendeinem öffentlichen Ort war und jemand ihre Daten über ein Lesegerät gestohlen hat, ohne dass sie davon irgendetwas mitbekam. Über einen gefälschten Personalausweis mit ihren Daten wurde sie Opfer eines Identitätsdiebstahls. Nun musste der Täter nur noch ein Konto in ihrem Namen eröffnen, sich verschulden und der SCHUFA-Eintrag sorgte dafür, dass sie Probleme bei ihrem Studienkredit bekam.

Wieso wird diese Technik überhaupt genutzt, wenn sie doch solch enorme Risiken birgt? Nun, es geht dabei immer um die Identifikation von etwas und wie viel einfacher ist es doch einfach eine Karte mit einem Lesegerät schnell auszulesen und alle Informationen zu haben, die gebraucht werden? Ob nun beim bezahlen mit Kreditkarte oder auch Bahnkarten. Es ist einfach praktisch. Und wenn man ehrlich ist, so hat fast alles auch Risiken und mögliche, negative Konsequenzen. Die Frage ist nur, wie mit diesen Risiken umgegangen wird und was man tut, um sich möglichst zu schützen und vor negativen Konsequenzen zu bewahren.

Alltagsgegenstände, die RFID-Technik beinhalten


Wusstest du, dass diese Technik schon in dem neuen Personalausweis und in Autoschlüsseln vorhanden ist?!
Ich bis vor Kurzem auch nicht... Hier findest du alle bisherigen Geräte, die diese Technik schon haben.

Statistiken zur Alltagsnutzung der RFID-Technik


Nun, da du dir ein Bild von den Gegenständen gemacht hast, findest du hier Statistiken. Die sagen dir dann, wie viele Menschen diese Technologie schon allein im Hochtaunuskreis (Hessen) nutzen.

Gefahren, die die Nutzung mit sich bringt